| |
News
|
Haderzettl Interview
geschrieben am 9:57 02-01-2009 von walter |
|
|
"Hätten mir die ÖBBler nie verziehen" Wilhelm Haberzettl sieht hauptsächlich drei Probleme für die heimische Bahn: die sinkenden Umsätze im Güterverkehr, bald weniger Fahrgäste und die Reorganisation der ÖBB-Infrastrukturgesellschaften, die zu missglücken drohe. Von Franz Steinbauer - "Will mich in der Krise auf die Bahn konzentrieren." - Privatisierung des Güterverkehrs: Staat müsste Finanzlücke schließen. "Wiener Zeitung": Warum sind Sie in der neuen Regierung nicht Sozialminister geworden? Wilhelm Haberzettl: Das ist leicht zu beantworten. Ich habe schon vorher gewusst, dass ich nicht weiter in die Politik hineingehe. Das war immer klar. Im Zuge der Regierungsbildung ist es noch klarer geworden. Was meinen Sie damit? Die Wirtschaftskrise wird an den ÖBB nicht spurlos vorübergehen. Außerdem hätten mir die Eisenbahner das nie verziehen. Und schon bald wird die Belegschaftsvertretung der Bahn neu gewählt, kein ÖBBler hätte meine Entscheidung für das Ministeramt verstanden. Inwiefern ist die Bahn von der Krise betroffen? In sehr vielen Bereichen. Nicht nur im Güterverkehr wird es Rückgänge geben, sondern auch im Personenverkehr. Das ist vielen noch nicht bewusst. Wenn es 30.000 Arbeitslose mehr gibt, dann werden das in erster Linie Pendler sein, die als Bahnkunden wegfallen. Dass ein Pendler in der Arbeitslose recht viel im Land herumfährt, kann ich mir nicht vorstellen. Stichwort Güterverkehr: Bei der Deutschen Bahn ist davon die Rede, dass im Monat Dezember in Teilbereichen 40 Prozent weniger Fracht transportiert wurde. Wie schlimm kommt es bei uns? Ich hoffe, dass Österreich nicht so stark betroffen sein wird. Trotzdem wird der Rückgang im Güterverkehr deutlich ausfallen. Machen wir uns nichts vor: Das BMW-Werk in Steyr etwa ist extrem von der deutschen Wirtschaftslage abhängig. Warum wird der Güterverkehr nicht verkauft? Sind Sie prinzipiell ein Privatisierungsgegner? Nein. Ich bin nur dann dagegen, wenn eine Privatisierung nicht sinnvoll ist. Den Güterverkehr zu verkaufen hieße, dass der Bahn Einnahmen entgehen. Mit Fracht kann man in der Regel mehr verdienen als mit Personenbeförderung. Die Gewinne des Güterverkehrs würden im Gesamtkonzern fehlen, der Personenverkehr käme unter Druck. Die Finanzlücke müsste letztlich der Staat als Eigentümer der Bahn schließen. Der Staat hätte kurzfristig einen Privatisierungserlös, müsste jedoch nach einigen Jahren wieder Geldmittel bereitstellen. Warum hat Kanzler Werner Faymann eine mögliche ÖBB-Privatisierung zustimmend kommentiert? Das müssen Sie ihn fragen. Aber ich bin froh, dass die Eigentümervertreterin (Verkehrsministerin Doris Bures, Anm.) hier eine klare Haltung gegen eine Privatisierung einnimmt. Die ÖBB haben die ungarische Güterbahn MAV Cargo um rund 400 Millionen Euro gekauft. Manche sagen, man hätte diese große Summe im Inland investieren sollen. Hätten Sie als Belegschaftsvertreter nicht gegen die Auslandsakquisition mobilisieren müssen? Der Kauf der MAV Cargo war richtig. Denn die Alternative wäre eine Kooperation mit den Ungarn gewesen. So können die ÖBB den Prozess federführend gestalten. Die Staatsbahnen in Osteuropa sind für die ÖBB interessant, weil es die Osteuropäer meist nicht geschafft haben, aus den Staatsbahnen moderne Logistikdienstleister zu machen. Da haben wir die Chance, unser Know-how einzubringen. Was erwarten Sie von der Zusammenlegung der beiden Infrastrukturgesellschaften, also der Teil-AG ÖBB-Infra-Bau und der Teil-AG ÖBB-Infra-Betrieb? Die Zweigleisigkeit zwischen Bau und Betrieb wird beseitigt – ein grundsätzlicher Fehler der Bahnreform von 2003 wird somit korrigiert. Die ÖBB können effizienter und sparsamer arbeiten. Allerdings gibt es Bestrebungen, eine neue GmbH als Baudienstleister zu gründen. Die GmbH wäre eine Tochter der neuen Infra-AG und soll eng mit den externen Baufirmen zusammenarbeiten. Da bin ich dagegen. Denn damit hätten wir eine Neuauflage der alten Schnittstellenprobleme und Doppelgleisigkeiten.
News ausblenden» |
Bundeskanzler Faymann morgen in Villach
geschrieben am 20:13 29-12-2008 von reini |
|
|
Wien (OTS) - Bundeskanzler Werner Faymann wird morgen, 30. Dezember, mehrere Termine in Villach wahrnehmen. Auf dem Programm stehen ein Betriebsbesuch des ÖBB Technical Service, die Eintragung in das goldene Buch der Stadt Villach sowie ein Zusammentreffen mit sozialdemokratischen GemeinderatskandidatInnen. Programm: 10.30 bis 11.30 Uhr: Betriebsbesuch ÖBB Technical Service, Heizhausstr. 49, Villach gem. mit Bürgermeister Helmut Manzenreiter, LHStv. Reinhard Rohr und Mitgliedern des Stadtsenats 11.45 bis 12.15 Uhr: Rathaus: Eintrag ins goldene Buch der Stadt Villach 13 bis 14 Uhr: Besuch des Silvestermarktes mit BM Manzenreiter und LHSTV.Rohr 14 bis 15 Uhr: Drauterrassen: Meet&Greet der 150 sozialdemokratischen GemeinderatskandidatInnen bei Punsch und Maroni Die Vertreter der Medien sind herzlich eingeladen, sich dem Programm anzuschließen.
News ausblenden» |
Wem die Bahn gehört, ist eine sozialpolitische Frage
geschrieben am 9:32 24-12-2008 von reini |
|

Für vida ist ÖBB-Privatisierungsdiskussion völlig unverständlich. "Mit großer Verwunderung nehmen wir zur Kenntnis, dass die Bundesregierung in Zeiten wie diesen das Thema Privatisierung zu pushen beginnt", sagt Wilhelm Haberzettl, stellvertretender vida-Vorsitzender und ÖBB-Konzernbetriebsratsvorsitzender zu den Aussagen von Bundeskanzler Werner Faymann im heutigen Wirtschaftsblatt. Faymann hält laut Wirtschaftsblatt eine Privatisierung des ÖBB-Güterverkehrs für vorstellbar. Haberzettl zu dem Vorstoß: "Das Anfachen der Privatisierungsdiskussion ist für mich völlig unverständlich. Da wurde erst vor kurzem zum Schutz des Kapitals eine Bank gar verstaatlicht, mehrere Banken stellen sich um Steuermilliarden an - alles unter Mithilfe der selben handelnden Personen, die nun für eine Privatisierung der ÖBB eintreten", sagt Haberzettl. Auch für ihn sei eine Privatisierung keine ideologische Frage, meint Haberzettl in Anspielung auf die Aussagen von Bundeskanzler Faymann, der im Wirtschaftsblatt meint, man müsse "sehr pragmatisch und abseits von Ideologie vorgehen." "Vielmehr ist es eine sozialpolitische und gesellschaftspolitische Frage, wem die ÖBB gehören, das müsste ein ehemaliger Verkehrsminister eigentlich wissen", sagt Haberzettl. Wer über die Privatisierung des Güterverkehrs diskutiere, müsse auch dazu sagen, in welcher Form der Ertragsausfall für den Konzern im Bereich der gemeinwirtschaftlichen Leistungen des Personenverkehrs abgegolten werde. "Diese Diskussion werden die Verantwortlichen aber vermutlich genauso scheuen wie in der Vergangenheit", meint Haberzettl. Mit Schweigen wurde von den Verantwortlichen auch der Verlust von voraussichtlich mehr als 600 Spekulationsmillionen hingenommen, zugleich erhielten die verantwortlichen Manager bei ihrem Abgang noch großzügige Abfertigungszusagen. Anstatt sich in einer Privatisierungsdiskussion zu ergehen sollte die Regierung vielmehr - so wie im Regierungsprogramm vorgesehen - höchste Priorität auf die Weiterentwicklung der Organisationsstruktur der ÖBB legen, fordert Haberzettl. Jeder Monat, der hier tatenlos vergehe, bringe für den Konzern einen enormen Schaden. Haberzettl abschließend: "Durch die Diskussion um eine etwaige Privatisierung werden die MitarbeiterInnen der ÖBB noch schnell vor Weihnachten verunsichert - auch aus Managementsicht viel klüger wäre es, rasch für eine effiziente Sturkturreform zu sorgen, um den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Konzerns eine gute Zukunftsperspektive sowie den KundInnen ein optimales Leistungsangebot zu bieten."
News ausblenden» |
Hindernisse für österreichische Güterunterbahnen in Slowenien
geschrieben am 14:52 12-12-2008 von reini |
|
|
Steirische GKB und ÖBB-Tochter RCA haben Betrieb noch nicht aufnehmen können - Medien: Grund sind Behinderung durch slowenische Bahngesellschaft Ljubljana ( APA ) - Die österreichischen Bahnunternehmen haben es mit ihren geplanten Marktauftritt in Slowenien nicht leicht. Obwohl die Graz-Köflacher Bahn und Busbetrieb GmbH (GKB) und die ÖBB-Transporttochter Rail Cargo Austria (RCA) bereits in der ersten Jahreshälfte die Genehmigungen zur Aufnahme des Güterzugsverkehr auf dem slowenischen Schienennetz bekommen haben, haben sie bis dato ihren Betrieb noch nicht aufgenommen. Laut Medienberichten stockt es sich bei der Einholung weiterer Genehmigungen. Außerdem versuche die staatliche Bahngesellschaft Slovenske zeleznice (SZ), die österreichische Konkurrenz beim Marktauftritt zu behindern. Die GKB, die bereits im Februar das Sicherheitszeugnis - die wichtigste Bedingung, um den Betrieb aufnehmen zu können - erhalten hat, hat bisher keine einzige Fahrt am slowenischen Schienennetz durchgeführt. Nach Angaben des Unternehmens liegt der Grund in der fehlenden Trassenvergabe, einer Genehmigung für die Fahrt auf einer bestimmten Strecke zu einer bestimmten Zeit, berichtete die Wirtschaftszeitung "Finance". Die GKB wollte viermal die Woche einen Güterzug zwischen Österreich und dem slowenischen Hafen Koper befördern, doch sie soll die Genehmigung dazu bisher nicht bekommen haben. Ende November wurde der GKB das Sicherheitszeugnis entzogen, weil sie wegen der zögernden Verfahren die benötigten Bedingungen nicht mehr erfüllte. Laut "Finance" ist dem einzigen Lokführer mit entsprechender slowenischer Lizenz diese inzwischen ausgelaufen, weshalb die staatliche Agentur für Bahntransport der GKB den Sicherheitszeugnis wegnahm. Die GKB hat dem Zeitungsbericht zufolge Beschwerde eingereicht und hofft, die Genehmigung bald wieder zu bekommen. Auch die RCA hat sich laut der Tageszeitung "Dnevnik" beim slowenischen Verkehrsministerium beschwert. Die ÖBB-Tochter fühlt sich von der slowenischen Bahngesellschaft bei dem Zugang zum slowenischen Schienennetz diskriminierend behandelt. Die RCA soll vier verschiedene Beschwerden eingelegt haben, deren Inhalt sei allerdings nicht bekannt. Gegenüber der APA bestätigte die ÖBB, dass derzeit der "Graz-Koper-Express" außer Probefahrten noch keinen Regelbetrieb aufnahm. Als Grund wurden ebenfalls Probleme mit der Vergabe von Trassen genannt. Allerdings soll es bis Jahresende einen neuen Fahrplan geben. Damit würde sich auch dieses Problem lösen, hieß es dazu. Über die Beschwerde wollte die ÖBB keine Stellungnahme abgeben. Die slowenische Zeitung vermutet aber einen Zusammenhang mit dem Antrag der slowenischen Bahn, das Inkrafttreten der neuen Bahnordnung um ein Jahr zu verschieben. Die neue Bahnordnung, die in der Praxis die Liberalisierung des Güterzugverkehrs ermöglicht, soll ab 14. Dezember gelten. Die Beibehaltung von alten Vorschriften würde bedeuten, dass die österreichischen Bahnunternehmen ihren Betrieb auf slowenischen Schienen nicht aufnehmen können, weil ihre Mitarbeiter von der SZ bereits nach der neuen Bahnordnung ausgebildet wurden, so "Dnevnik".
News ausblenden» |
ÖGB: Haberzettl tritt als FSG-Chef planmäßig ab
geschrieben am 17:40 02-12-2008 von reini |
|
|
Bleibt aber weiter in der vida und im Nationalrat aktiv
Wien (APA) - FSG-Chef Wilhelm Haberzettl nennt keine speziellen Gründe dafür, dass er im kommenden Jahr nicht mehr für diesen Posten kandidieren wird. Es sei immer ausgemacht gewesen, dass er nur für eine Funktionsperiode zur Verfügung stehe. Diese wäre normal 2011 ausgelaufen, nun sei es durch den Wechsel an der Spitze des ÖGB eben schon 2009 so weit, meinte er Montagnachmittag auf Anfrage der APA.
Haberzettl will sich künftig auf seine übrigen Aufgaben konzentrieren. So wird er nach derzeitigem Stand sein Mandat im Nationalrat behalten und in seiner Heimgewerkschaft vida unverändert in führender Funktion aktiv sein. Der nun vorgezogene Wechsel komme ihm dabei dar nicht so unrecht, denn durch den Regierungswechsel werde es nun eine Korrektur der "vermurksten ÖBB-Reform" geben und dabei gebe es für ihn als Arbeitnehmervertreter genug zu tun.
Haberzettl wird die Geschäfte in der Sozialdemokratischen Fraktion noch bis zum nächsten Bundeskongress weiterführen. Erst dann wird über den Nachfolger abgestimmt. Als Favorit gilt derzeit der Vorsitzende der Privatangestelltengewerkschaft, Wolfgang Katzian.
News ausblenden» |
Vorzimmergagen
geschrieben am 19:58 01-12-2008 von reini |
|
|
Die ehemalige Sekretärin Martin Hubers kassiert weiterhin 8860 Euro im Monat. Alle zwei Jahre gibt der Rechnungshof seinen Sonderbericht über Einkommen in der öffentlichen Wirtschaft heraus. Besonderes Augenmerk gilt dabei den Spitzenverdienern in den Vorständen und Aufsichtsräten von staatsnahen Unternehmen. Im jüngsten Bericht vom Jahr 2007 war beispielsweise zu lesen, dass Vorstandsmitglieder der ÖBB Holding AG im Jahr 2006 durchschnittlich 553.000 Euro verdienten. Was da nicht steht: Die Dachgesellschaft der Bundesbahn zeigt sich auch unterhalb der Vorstandsebene äußerst generös. Nach profil-Recherchen sollen sich die Bruttomonatsgehälter von Vorstandssekretärinnen der ÖBB Holding bis heute in der Größenordnung von sage und schreibe 8000 Euro bewegen. Besonders plakativ der Fall von Martin Hubers früherer Assistentin. Unter dem früheren Generaldirektor kassierte sie monatlich exakt 8860 Euro brutto. Hubers Nachfolger Peter Klugar zog die Dame zwar aus dem Vorstandssekretariat ab, dem Vernehmen nach hat man konzernintern aber bis heute keine neue Verwendung für sie gefunden. Ihre Bezüge laufen dessen ungeachtet voll weiter. Wie ihr ehemaliger Vorgesetzter hat übrigens auch die Sekretärin ein Interesse an der Erfüllung des Konsulentenvertrags zwischen Bahn und Huber. Darin wird explizit ausgeführt, dass der Ex-Konzernchef "in angemessenem Ausmaß während der üblichen Arbeitszeiten" weiter auf die Dienste seiner früheren Vorzimmerdame zurückgreifen kann.
News ausblenden» |
Endstation Gericht
geschrieben am 19:55 01-12-2008 von reini |
|
|
Die Auseinandersetzung zwischen ÖBB und Ex-Bahnchef Martin Huber zieht immer weitere Kreise: Nun stehen Untreue-Vorwürfe gegen Aufsichtsratschef Horst Pöchhacker im Raum. Der vermeintlichen Einigung vom 21. April 2008 waren langwierige und zähe Verhandlungen vorangegangen. Über Wochen hinweg hatten ÖBB-Aufsichtsratspräsident Horst Pöchhacker und der schwer unter Beschuss geratene ÖBB-Chef Martin Huber eine heftige Auseinandersetzung über ein Ausscheiden Hubers aus dem Bahn-Vorstand geführt, zwischen den Juristen der beiden Streitparteien entspann sich ein Schriftwechsel mit Vorschlägen und Gegenangeboten. Am Ende stand eine Auflösungsvereinbarung mit den Modalitäten von Hubers Abfertigung mitsamt zweier Zusatzvereinbarungen über die Auszahlung der Erfolgsprämien für die Jahre 2007 und 2008. Dazu ein Konsulentenvertrag mit Zusatzvereinbarungen. Insgesamt also fünf Schriftstücke, unterzeichnet von Martin Huber , Aufsichtsratschef Horst Pöchhacker und dessen Vize Eduard Saxinger (profil berichtete ausführlich). So viel zur Papierform. Tatsächlich hat Martin Huber die ihm vertraglich zugesicherten Honorarzahlungen nie erhalten, den Konsulentenvertrag gekündigt und beim Handelsgericht Wien eingeklagt. Umgekehrt stehen jetzt auch Horst Pöchhacker und Eduard Saxinger vor gröberen rechtlichen Unwägbarkeiten. In den kommenden Tagen wird der Staatsanwaltschaft Wien eine Sachverhaltsdarstellung der Nationalratsabgeordneten Gabriela Moser zugehen. Darin erhebt die Grünen -Verkehrssprecherin schwere Vorwürfe gegen die ÖBB-Kontrollorgane. In dem fünf Seiten umfassenden, profil bereits vorliegenden Schreiben an die Justiz bezichtigt Moser Horst Pöchhacker und Eduard Saxinger der Untreue. Der Grund: Die Vereinbarungen zwischen Huber und ÖBB seien zum Nachteil des Unternehmens geschlossen worden. Martin Huber erhielt bei Vertragsauflösung im April dieses Jahres rund 515.000 Euro an Abfertigung, Prämien und Pensionszahlungen. Darüber hinaus wurde ihm sein vorzeitiges Ausscheiden - der Vertrag wäre bis Oktober 2009 gelaufen - eben mit einem gut dotierten Konsulentenvertrag versüßt. "Für seine in diesem Vertrag geregelte Tätigkeit erhält der Konsulent ein festes Honorar von monatlich 17.000", heißt es dazu in der profil ebenfalls vorliegenden Vereinbarung (profil 43/08). Was darüber hinaus noch drinsteht: Bezahlt muss auch werden, wenn die ÖBB keine Verwendung für Hubers Dienste haben. Woraus die Beratungstätigkeit Hubers bestehen sollte, ist in dem Konsulentenvertrag nirgendwo deutlich ausgeführt. "Es ist offenkundig, dass die wohl nicht zufällig äußerst vage und allgemein gehaltene Umschreibung der Aufgaben des, Konsulenten' in Verbindung mit einer lediglich mündlichen Berichtspflicht in einem vollkommenen Missverhältnis zur Höhe des vereinbarten Honorars steht", hält Gabriela Moser in ihrer Sachverhaltsdarstellung dazu fest. In der Gesamtsumme aus dem Konsulentenvertrag von 836.654,52 Euro, auf die Hubers Anwälte Anfang Oktober geklagt haben, ist allerdings auch eine Prämie enthalten. Diese bezieht sich ausgerechnet auf die umstrittenen Derivativgeschäfte, welche die ÖBB im Jahr 2005 eingegangen sind. Die Veranlagung in so genannte CDOs (Collateral Debt Obligations) brachte dem Bahnkonzern bislang Buchverluste in der Höhe von 477 Millionen Euro. Die ÖBB-Finanzer haben verkürzt ausgedrückt eine Wette auf ein Bündel von 200 Unternehmenskrediten gegen die Deutsche Bank abgeschlossen. Werden die Kredite von den Unternehmen fristgerecht zurückgezahlt, erhalten die ÖBB eine Prämie von 30 Millionen Euro. Wenn allerdings rund zehn Prozent der Kredite nicht zurückgezahlt werden können, müssen die ÖBB die Gesamtsumme von 612,9 Millionen Euro abschreiben. Geht alles gut, erhält auch Huber eine Prämie. Für Moser ist es "nicht nachvollziehbar, warum Mag. Huber in seiner Eigenschaft als, Konsulent' überhaupt ein Erfolgshonorar für eine Transaktion beziehen sollte, die rund zweieinhalb Jahre vor Beginn seiner Konsulententätigkeit abgeschlossen wurde und auf deren weitere Entwicklung er überhaupt keinen Einfluss hat". Und über Pöchhacker und Saxinger: "Wer namens eines Unternehmens einer derartig nachteiligen Regelung zustimmt und diese vertraglich vereinbart, nimmt in Kauf, dem vertretenen Unternehmen einen nicht zu rechtfertigenden erheblichen Vermögensnachteil zuzufügen." Brieffreunde. ÖBB-Aufsichtsratsvize Eduard Saxinger sieht den Untreue-Vorwürfen gelassen entgegen: "Ich glaube nicht, dass dabei etwas herauskommen wird", so Saxinger. Horst Pöchhacker wollte dazu keinen Kommentar abgeben. Für alle Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung. Auch Martin Huber hat einige Male erfolglos den Kontakt zu ÖBB und Horst Pöchhacker gesucht. Dies belegen mehrere profil zugespielte Briefe, die ein weiteres Schlaglicht auf die Groteske rund um Hubers Ausscheiden bei den ÖBB werfen. Der ehemalige Bahnchef bemühte sich über Monate hinweg, seinen Teil der vertraglichen Verpflichtungen zu erfüllen. Erfolglos. In einem Brief an seinen Nachfolger Peter Klugar mahnt Huber am 16. Juli schriftlich die Vereinbarung ein. "Da ein nicht unwesentlicher Teil des mir zustehenden Honorars aus dem Konsulentenvertrag an die Entwicklung der CDO-Geschäfte gekoppelt ist, benötige ich selbstverständlich detaillierte Informationen über den derzeitigen Stand und die fortlaufende Entwicklung des CDO-Geschäftsfalles." Huber bietet aber auch seine Dienste an: "Darüber hinaus ersuche ich um Mitteilung, ob seitens des Vorstandes der ÖBB Holding AG Bedarf an weiteren - über das CDO-Problem hinausgehenden - zwischen der ÖBB Holding AG und mir bzw. meinem Unternehmen IMC Immobilien Management Consulting GmbH Beratungsleistungen aus meinem Mandat besteht." Antwort hat Huber angeblich keine erhalten. In einem E-Mail vom 17. September 2008 erkundigt er sich beim damals amtierenden Finanzvorstand Erich Söllinger (er ist Ende Oktober ausgeschieden) nach dem Stand der CDO-Geschäfte. "Bezugnehmend auf die heute veröffentlichten Nachrichten über die Einleitung des Insolvenzverfahrens für Lehman Brothers ersuche ich dich, mir mitzuteilen, ob diese Insolvenz Auswirkungen im Rahmen der vom ÖBB-Konzern abgeschlossenen CDOs hat." Die Antwort kam erst drei Wochen später. Und sie fiel nicht eben herzlich aus: "Martin, in Bezug auf deine Anfrage über den Status der CDO-Geschäfte teile ich dir mit, dass auf Wunsch von Herrn Pöchhacker entsprechende Anfragen direkt an Herrn Pöchhacker zu richten sind." Seither verkehren Huber und ÖBB nur noch über ihre Anwälte.
News ausblenden» |
Infopoint
geschrieben am 20:11 27-11-2008 von reini |
|
|
Ab sofort ist der Infopoint auch von zuhause erreichbar. http://as01905.oebb.at/traktion/programme/Portal-InfoPoint/index.cfm?......
News ausblenden» |
Ski-Erlebnis 2009
geschrieben am 19:21 26-11-2008 von reini |
|
|
Auf geht`s in das schönste und größte Schigebiet Österreichs-Arlberg vom 11.1. bis 17.1.2009 Unterkunft Lech am Arlberg ****mit Frühstückspension, Sauna, Gebühren,Schibusbenützung,Schipass 6 Tage, Busreise von Wog-Kt-Fi-Nes nach Lech und zurück. Wohnung ab 2 bis 5 Personen von 528 bis 558 Euro. Weitere Auskünfte bei Koll.Norbert Rosenkranz Tel.0676-5060055
News ausblenden» |
ÖBB darf ungarische Güterbahn übernehmen
geschrieben am 19:17 26-11-2008 von reini |
|
|
Die Wettbewerbshüter der EU gaben der Rail Cargo Austria grünes Licht. Ein wichtiger Schritt für den Ausbau des Güterverkehrs. Die EU-Kommission hat grünes Licht für die Übernahme der ungarischen Güterbahn MÁV Cargo durch die Güterverkehrstochter der ÖBB, Rail Cargo Austria (RCA), gegeben – allerdings unter Auflagen. Die RCA muss "alle strukturellen Verbindungen" zur Raaberbahn, also den kleinen Anteil, den die RCA über eine Tochter an ihr hält, abgeben. Das teilte die EU-Kommission am Dienstag mit. "Ich bin mir bewusst, dass die Unternehmen die Übernahme insofern für wichtig erachten, als sie dadurch besser in der Lage sind, die betreffenden Güterverkehrsmärkte auszubauen", erklärte EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes. Sie sei froh, dass die "anfänglichen wettbewerbsrechtlichen Bedenken in diesem Fall" rasch ausgeräumt worden seien. Raaberbahn potenzieller Konkurrent RCA wollte MÁV Cargo ursprünglich zusammen mit der Raaberbahn (GySEV) übernehmen. Nachdem die Brüsseler Wettbewerbshüter jedoch wettbewerbsrechtliche Bedenken signalisierten, hat sich die Raaberbahn zurückgezogen. Nach Ansicht der EU-Kommission hätten RCA und MAV Cargo auf dem - schon jetzt nicht sehr wettbewerbsintensiven - ungarischen bzw. österreichischen Schienengüterverkehrsmarkt damit jeweils den stärksten potenziellen Konkurrenten verloren. Unter den vereinbarten Auflagen werde "die Raaberbahn als unabhängiger Marktteilnehmer und Wettbewerber des neuen, aus der Übernahme hervorgehenden Unternehmens gestärkt", so die EU-Kommission. Die Regierungen Österreichs und Ungarns werden als größte Anteilseigner (Ungarn 61 Prozent, Republik Österreich 33,3 Prozent, 5,7 Prozent eine RCA-Tochter) dafür Sorge tragen, dass die Auflagen umgesetzt werden "und der Einfluss der Republik Österreich auf die Schienengüterverkehrsdienstleistungen der Raaberbahn gering gehalten wird".
News ausblenden» |
|
|
|